Desafio Cabo de Hornos
März 20, 2009
(von Boris Herrmann) Liebe Leute, es ist phantastisch hier zu sein! Wir haben dazu ein Schweineglück mit dem Wetter. Es reißt gerade auf, und einige Sonnenstrahlen lugen über die schneebedeckten Berggipfel am Horizont. Patagonien, Feuerland, Kap Hoorn. Diese Namen hatten für mich als 16-Jähriger einen besonderen Klang. Ich habe damals Bruce Chatwins “In Patagonien” gelesen oder Hal Roth “Zwei gegen Kap Hoorn”, Moitessier und die Bücher über die Vendee und das Volvo. Wenn ich mal erkältet im Bett lag, hab ich stundenlang in diesen Büchern geschmökert.
Kap Hoorn ist gleichsam Höhepunkt und Sinnbild dieser Regatta. Desafio Cabo de Hornos - nicht nur der Bootsname unserer stärksten Gegner, sondern unsere Bestimmung, unser Ziel. Wir sind weit gesegelt. Vor acht Monaten war ich zuletzt zu Hause, genau wie Felix. Wie viele Sorgen und Respekt hat uns in den vergangenen Jahren beschäftigt, bei dem Gedanken an Kap Hoorn.
Es ist ein großes Privileg, heute physisch hier sein zu können, als Co-Skipper an der Seite meines Co-Skippers Felix mit einem genialen Boot, einem tollen Team zu Hause und euch, so vielen interessierten Besuchern der Webseiten, die uns moralisch unterstützen.
Wir sind glimpflich davon gekommen. Der Southern Ocean hat uns dieses Mal ohne schlimme Prügel durchgelassen. Hinter uns kommt ein Tief angerauscht, vor dem wir gerade entweichen können, dass aber unsere Konkurrenten hinter uns treffen wird. Felipe und Jose haben genau zwölf Stunden vor uns das Kap passiert. Ein Schiff der chilenischen Navy hat ihre Familien zu ihnen rausgebracht. Der Volvo Ocean Racer “Telefonica Blue” rundete anderthalb Stunden hinter uns das Kap. Wir haben im UKW-Funk gehört, wie sie von der Marine gerufen wurden.
Jetzt ist das kurze Blitzlichtgewitter hier vorbei. Wir steuern auf eine Abkürzung zu, die Le Maire-Straße, die für starke Strömungen und raue See verantwortlich ist (das Lüchter Loch Feuerlands kommentiert mein Swan-Skipper Kollege Thomas, Lüchter Loch ist eine Rinne im Vogelsand in der Außenelbe, durch die wir beide schon zigmal gekreuzt sind im rauen Nordwest-Wetter der herbstlichen Außenelbe). Wir hoffen auf einen baldigen Linksdreher, um mit raumen Winden schnell Boden auf die “Desafio Cabo de Hornos” gut zu machen. Wir werden jetzt erstmal die intensiven Eindrücke sacken lassen.
Die vergangenen Tage war ich etwas traurig. Ich wollte nicht, dass es schon vorbei ist mit dem Southern Ocean, dass wir unseren Gipfel schon erreicht haben und mit dem Erreichen dieses Traumes ihn gleichsam zerstören. Ein Kommentarschreiber bringt den passenden Spruch: “Es gibt zwei Tragödien im Leben, erstens, dass sich ein Traum nicht erfüllt, und zweitens, dass er sich erfüllt.”
Doch seit gestern Morgen überwiegen die frohen Gedanken. Es ist geschafft. Leichtfüßig und froh steigen wir ab von unserem Everest. Wir können jetzt endlich weiter nach vorne schauen, genauer gesagt genau nach Nordosten, nach 34 Grad. Es liegen noch genug Herausforderungen vor uns: Diese Etappe zurückzuerobern, eines Tages das gesamte Rennen zu gewinnen und in einigen Jahren hierher zurückzukehren. Doch zunächst liegt vor uns, “nur” noch ein Teil der Südhemisphäre zu durchqueren, in die Tropen aufzusteigen und uns in Ilhabela für die letzten beiden Entscheidungsetappen fit zu machen.
Glückwunsch an dieser Stelle an Felipe und Jose die Skipper von “Desafio Cabo de Hornos” für die schnelle Etappe, die ihr bis hierher gesegelt seid!!

Lieber Boris, ich kann Ihre Begeisterung vom Kap Horn voll verstehen, habe es leider nur von Land aus gesehen auf der Reise durch Patagonien. Alles Gute und weiterhin viel Glück und Erfolg wünscht Ihnen Ihr Dieter Ahrendt KYC ( wir haben uns in Wellington getroffen und gesprochen und ich habe Ihre Grüße auf der MV des KYC - Ihre Freundin hat für Sie den Becher angenommen - übermittelt )
Herzlichen Glückwunsch zur Rundung des Kaps! Es bleibt bestimmt weiter spannend und wir verfolgen alle den Racertacker. Alles Gute Euch beiden aus Hamburg.
Hallo und herzlichen Glückwunsch - vom trockenen Schreibtisch aus - würde aber gerne tausche - sucht Ihr Auswechselspieler!!
Zuletzt hab ich bei den Berichten von Bernd Lüchtenborg von Kap Horn geträumt - nun, er ist kein Regattasegler, sonder Fahrtensegler - beschreibt aber die Naturgewalten sehr eindrucksvoll.
Ergänzend zu unten, es gibt nicht nur Fuckup´s . Ich freu mich zu lesen, dass das Wetter gut mitspielt. Weiterso, ab jetzt wirds wärmer - hoffentlich schnelle und sichere Weiterreise.
Andreas Kling hat mir den Tipp gegeben, anstatt per Mail hierrüber mit Euch kontakt zu halten. Hier meine Mail von Gestern, 19.3.09
Hallo und herzlichen Glückwunsch für Boris und Felix an Bord der Beluga Racer.
Cap Horn ist wohl gerade durch! Spitzenleistung!!!
Mein Name ist Christian Wolf und ich wäre gerne bei Euch an Bord. Stattdessen nehme ich Online während meiner Mittagspause Anteil an Eurer Leistung.
Weiter so - und alles notwendige Glück schadenfrei und schnell zu segeln.
Vielleicht lernen wir uns mal kennen. Bin selber Regattasegler (AC 2005, 14, 18, Laser und was sonst noch so schwimmt) habs aber nur bis hier an den Schreibtisch geschafft. Denkt mal dran, es gibt da draußen tatsächlich Segelfans, die egal in welchem Fuckup Ihr gerade steckt mit Euch tauschen würden…. (vielleicht gibt der Gedanke Kraft)
Segel oben, Kiel unten!
Christian Wolf
c.wolf@loeb-wolf.de
Steuerberater Wolf
Holzweg 99
67098 Bad Dürkheim
Tel.: 06322 600 10 0 Mobil: 0171 5466778
Fax: 06322 600 10 30
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH EUCH BEIDEN !!!
nun gehts ja stramm nach Norden..
könnt ihr da schon NDR hören ??
liebe Grüße
Seezwerg lll
Glückwunsch erstmal zur Rundung von Kap Horn!
Sehe ich das richtig, dass Ihr gerade nahezu auf gleicher geo.Breite wie die Roten seid und dass Ihr aber in den nächsten 36 viel mehr Optionen habt, weil Ihr durch eure Position westlich schon viel mehr Höhe habt als die Chilenen? Ich rechne damit, dass Ihr die in zwei Tagen kassiert habt. Haut rein!
Grüße
Hayo
Hiermit erkläre ich mich endgültig für bekloppt. Es ist wirklich kaum zu glauben, welche Euphorie die abstrakte Grafik mit den kleinen bunten Böötchen und den wirren und noch bunteren Pfeilen bei mir entfachen kann.
Ich male mir jedenfalls gerade aus, dass ihr Pfiffikusse ja wohl die Schokoladen-Sahne-Seite der Falklandinseln er-taktiert habt.
Geil. Das sieht wirklich soooo gut aus. Die Roten werden bald zum Leeboot und wir sehen hier Segeln in seiner ästhetischsten Form - und das nur vorm Racetracker - wie muss das erst für euch an Bord sein?!?
Macht weiter so, ich fühle mich bestens unterhalten,
Heino
Alles Gute zur Kap Horn Rundung! Dieser Racetracker macht wahrlich süchtig. Ihr zeigt das Segeln echt super spannend sein kann, schade, das die Medien in Deutschland das noch nicht so erkannt haben.
Gruß aus Berlin
Henning
Dale con todo sobrino, yo se que ganas, lo llevas en la sangre Abuelo y Padre ( que honor) la Mimi tambien se pasa.
Saludos que Dios te cuide.
Viva Chile y Cabo de Hornos.
Moin Boris und Felix.
Herzlichen Glueckwunsch euch beiden! Wahnsinn!
Bekomme eine richtige Gaensehaut, wenn ich eure Berichte lese und die Bilder sehe – bin begeistert.
Macht weiter so, ihr packt das, sieht gut aus.
Beste Gruesse aus Christchurch, Lars!