Donnerstag, 25.07 Tag 5: “Endurance Race” 30 Stunden Speedrace
Juli 27, 2008 · Print This Article
von Julien. Bis heute morgen um ca. 6 Uhr haben wir insgesamt 30 Stunden auf Backbordbug gesegelt und versucht, mit einem Rechtsdreher den nächsten Wegepunkt bei Neufundland anzusteuern. Das waren 30 Stunden mit 15-20 kts Wind, Welle von vorn und 30 Grad Lage. Außerdem in unserer Nähe, das Boot Group Partouche. Wahnsinn, 30 Stunden nebeneinander herfahren und keine großen Leistungsunterschiede zu sehen. Wir hatten alles Gewicht nach Luv gestaut, Wasserballast vollgepumpt, Crew auf der Kante und abwechselndes Steuern von Hand. Der Franzose war nicht abzuschütteln.
Heute morgen dann ein paar kurze Schläge unter Land. Mit zunehmender Sonne,
wurde der Wind in landnähe aber zu schwach, und wir sind wieder weiter
rausgefahren. Unser Wettermodell sagt einen großen Rechtsdreher an, auf den
warten wir mal wieder, um dann mit Backbordbug den Wegepunkt Saint
Pierre ansteuern zu können.
Freitag 26.07.08 Tag 6 - “Beinahe vom Nebel verschluckt”
von Boris. Liebe Websiteleser,
bitte entschuldigt die spärlichen Information in den letzten 48 Stunden. Wir kämpfen aufs Letzte mit den trickreichen Windbedingungen und den hartnäckigen Konkurrenten. Es ist ein super enges Rennen, und heute bestand die Gefahr, im Tiedenstrom gefangen zu werden und den Absprung auf den Atlantik zu verpassen. Wir haben wohl auch unseren Dieselvorrat etwas knapp kalkuliert und müssen leider die Zeit am PC minimieren. Außerdem haben wir ein Problem mit der Videosoftware und dem Dieselvorfilter. Also die Herausforderungen sind mal wieder sehr vielfältig, aber das wichtigste - das müssen sie uns verzeihen - ist ja erstmal das Segeln selbst, und das ist schon so eine Sache hier in
Neufundland bei permanenten Flauten und dichtem Nebel, dann wieder starkem Gegenwind. Wir sind voll gefordert und im endgültigen “Racingmode”, seitdem wir den Proviant für die nächsten 11 Tage portioniert haben: 1 Riegel pro Person pro Tag, 1,8 L Wasser. Alles sehr knapp; dass wir soooo lange hier in Kanada mit den Elementen kämpfen sollten, war nicht abzusehen, und da sind wir dann ja auch konsequent bei der Planung. Brauchen wir länger, gibt es halt nichts mehr zu essen. Na, noch scherzen wir und die Disziplin macht uns “schärfer”.
Als Veranschaulichung für die schwierigen Winde ein Screenshot unseres Navigationsprogramms anbei mit einem Kringel nahe der Wegemarke St. Pierre. Man sieht, wie wir in der Nähe der Felsen und in Hörweite der Brandung im Nebelum herumtreiben. Mit allen Kräften, Wriggen und Segelpumpen, Schaukeln versuchen wir, das Boot zu motivieren, in die Richtige Richtung zu treiben. Alles in einem Pulk von 10 Booten, die wir hören, aber nicht sehen können. Außer Miranda, die taucht plötzlich direkt neben uns auf und wir quatschen etwas-
Wir liegen an 7. Stelle und greifen heute Nacht an. Sobald möglich senden
wir wieder Video. Drückt uns die Daumen, das der Diesel reicht (meine
größte Sorge). Wettervorhersage ist genial - starke Raumwinde. Sobald sich
der Nebel lichtet, gibts wieder Fotos. Bis morgen - Liebe grüße
Boris

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ich freue mich mit Euch, dass Ihr endlich aus dem St. Lawrence raus seid. Eurem Speed nach rauscht es ja jetzt. Boris, nur eine hungrige Crew segelt schnell ……
Klopfe Matze einen Gruß auf die Schulter. Alles Gute
wolfgang