ITC = Intensiv-temperamentvolles Chaos
Mai 3, 2009
(von Boris) Hier im meteorologischen Niemandsland zwischen den Passatwindzonen der nördlichen und südlichen Hemisphäre fehlt die ordnende Hand des Wetterdirigenten, es existiert kein Gradient. Feuchte Luft steigt wahllos auf. Es bilden sich schwere Wolken und die machen was sie wollen. Ziehen mit 20 Knoten los, bleiben plötzlich stehen, regnen sich ab, drehen den Wind in alle Richtungen, halten die Luft an, um zu sehen, wie lange wohl unsere Geduld reicht, während wir mit flappenden Segeln auf die Chilenen warten müssen, eine ganze Nacht im strömenden Regen. Den Chilenen senden sie 35 Knoten, um zu sehen, wie sie damit klarkommen. Sie übernehmen die Regie der Boote, wecken Michel Kleinjans gerade rechtzeitig, bevor er mit Fischern kollidieren würde und die Engländer schicken sie weit nach NW, um mal zu sehen, ob sie mit so einem Routing-Joker am Ende alle überholen. Emails kommen herein geflattert, ob denn etwas kaputt sei, ob wir es nun wirklich übertrieben hätten. Nein liebe Freunde, das hier ist die ITC, die innertropische Konvergenzzone, eine Routing-Blackbox. Die Strategie lautet, als erster rein und so schnell es geht auf dem kürzesten Weg, also direkt nach Norden, da durch und dann im Passat auf der Nordseite weitersehen, hoffentlich noch reichlich in Führung liegend. Denn die Chilenen haben einen Faible fürs zu erwartende Halbwindsegeln im Passat. Bleibt ein Trost: Wir haben von den Chilenen gelernt, immer gelassen an das eigenen Glück zu glauben. Wer das besser beherrscht, wird womöglich am Ende die Nase vorn haben. Solange der chilenische Präsident nicht wieder, wie bei der letzten Etappe vor Kap Horn, auf Cabo de Hornos anruft, um anzuspornen und an den Stolz der Nation zu erinnern, sehe ich weiter beste Chancen für uns, vorausgesetzt ihr fangt wieder an, die Daumen zu drücken, bis wir wieder 50 SM Vorsprung haben. Erst dann kann gelockert werden.

*beginnt mit dem Daumen drücken*
Hi Boris, hi Felix,
ihr Armen! Wir geloben, heute Nacht nichts anderes zu tun, als die Daumen zu drücken und diese auch nicht zu lockern, bis die 50 SM Vorsprung von euch erreicht sind! Denkt vorsichtshalber darüber hinaus an den Schluck für Rasmus!!! ITC ist auch für den Fan am Tracker eine harte Probe!
Jörg und Maria
Daumen sind gedrückt.
Lieber Boris und Felix,
diese Zone der Verzweifelung kenne ich und wünsche Ihnen viel Glück und schnelles Durchlavieren bevor die Chilenen kommen.
Herzliche Grüße Dieter Ahrendt (KYC Kiel)
Lieber Boris, lieber Felix!
Und ich drücke natürlich auch die daumen, sieht gut aus, oder? der tracker sagt gerade einen vorsprung von 45,7 sm das ist ja schon ziemlich nah an die 50, weiter so!
Bin wieder am PC im Büro and mit dem lesen der letzten news jetzt auf dem neuesten stand … erstmal félicitations
Lieben Gruß aus Oldenburg
Männer,
wenn ich das richtig sehe, müsstet ihr ungefähr jetzt oder in den kommenden ca. 3 Stunden wieder den Äquator überschreiten. Also: Welcome back in the Northern Hemisphere (fast schon zu Hause …)!
Das sind dann ja, verglichen mit den Chilenen, eher wieder heimatliche Gewässer für euch und wir drücken alle Daumen, dass ihr diesen Heimvorteil nutzen könnt.
Grüße aus Bremen,
D
Wir drücken auch die Daumen… Aber trotz bald 50 sm Vorsprung. …pushen pushen pushen… ;–))
Soo, gleich zwei Uhr, also 12 UTC und ich gratulier jetzt einfach mal, weil ich denke, ihr seid wieder auf der richtigen Seite vom Äquator. Ab jetzt sind die rechtsdrehenden Joghurts wieder viel verträglicher, das Wasser dreht sich richtigrum ausm Abfluss und ihr könnt die Winschen wieder linksrum belegen
(war doch so, oder!?!?)
Willkommen zuhause,
Heino aus OL
willkommen im tiefen norden.
ich hör mal eben auf mit daumen drücken, vereinfacht das zigaretten drehen enorm. ich dürft euer lustiges doldrum bingo aber ruhig so erfolgreich weiter spielen, je größer der 50sm vorsprung, desto gut.
alles gute
thomas
Hallo Boris und Felix,
endlich! das Daumendrücken ist vorbei. Herzlichen Glückwunsch auch zum gate. Paßt auf Eure Nerven auf, denn es wird sich wohl noch einige Male verschieben. Wir sind in Gedanken bei Euch. Liebe Grüsse - Jürgen
Moin jungs!
Super, 50 sm vorsprung erreicht … weiter so! Ich hör mit dem daumendrücken aber noch nicht auf, es hätte sicher keiner was dagegen, wenn es noch mehr wird, ‘ne??!!
Lieben Gruß,
Christiane
Moin, Moin,
Flautenpoker kennt man doch als Jollensegler. Nur Squalls, wie in der ITC gehören da normalerweise nicht dazu. In der Jolle hängt man rum, bewegt sich möglichst wenig und schaut, daß man so gut wie möglich voran kommt. In der Hochseejolle hofft man auf die eine Wolke, die in ihrer Bö mal so richtig Meilen macht. Wie im VOR für Ericson im Südindic. Sowas wünsche ich Euch jetzt! So eine richtig nette Privatbö, die keiner sonst mitkriegt, aus der richtigen Richtung und mit einer Zuggschwindigkeit der Wolke, die Ihr auch segeln könnt. Das dann bis ihr 200nm Vorsprung habt, von mir aus auch weiter - wir wollen doch nicht unverschämt werden - dann sollte es wieder reichen….
Goode Wind und bleibt “auf Draht”
CR
meine güte, boris!
die siehst aus und strahlst mittlerweile, in dem neuesten äquatorvideo, wie die beste deutsche version von johnny depp.
fehlt nur noch das neil young eure reise vertont.
“großer gott, sie sind william blake.”
Hi Boris,
Felipe plant, wie immer optimistisch (soll euch Frau Merkel wirklich anrufen?), in Luv an euch vorbeizudonnern, erhoffte dort früher mehr Wind. Bin deshalb froh zu sehen, bei uns Die. 23.31 Uhr, dass ihr inzwischen den gleichen Winkel wie er segelt.
Würde mich interessieren, warum ihr nicht schon früher etwas nördlicher haltet, um ihn zu blocken bzw. früher in den Wind zu kommen - täuscht der Tracker bzw. dessen Windrichtungsanzeige?
Jörg
Hallo ihr 2, bald ist ja Halbzeit auf dem Weg nach Charleston und es sieht - wie fast immer- wieder verdammt gut aus. Herzliche Glückwünsche dazu.
Mich würde interessieren, warum niemand strikt nach Norden gesegelt ist, wenn es doch auch darum geht, der Flautenzone zu entkommen. Wahrscheinlich lohnt der erwartete bessere Wind den Umweg nicht, aber rein theoretisch finde ich das schon sehr interessant.
Blaudaumige Landrattengrüße aus Madrid
Andreas
Moin,
na, es geht ja mal wieder mit 9>Kn vorwärts. Habt Ihr den Nordost-Brasilianischen Strom schon zu fassen? Laut Tracker ist nicht mehr Wind als gestern, Ihr seid aber 2 Grad nördlicher und schneller. Könnte also sein, daß Ihr schon den Benefit von 1-2Kn mitlaufendem Strom habt.
So macht das schon Sinn, weiter mit dem Strom nach Nordosten zu laufen. Wenn erst die Passatzone erreicht ist, werdet Ihr eh´genug Wind haben - hoffen wir, um die Roten im Kielwasser zu halten. Macht es weiter so gut, Jungs!
Goode Wind
CR