Kleine Deutschland-Reise und ferne Ziele…

Juli 14, 2009 

(von Boris) Liebe Beluga Racer Freunde, -Interessierte und -Kritiker,

Hochseerennen, wie unser Portimão Global Ocean Race sind heute vor allem Webereignisse. Für diese kommende Woche sind wir für euch allerdings ausnahmsweise auch mal physisch nah, zumindest nicht am anderen Ende der Welt mitten auf dem Ozean.

In Wellington, Neuseeland wurden wir im Dunklen um 4 Uhr morgens von einer kleinen 15-köpfigen Gruppe von Freunde und Locals empfangen, doch im Internet verfolgten in den letzten Tagen etwa 5000 verschiedene Besucher allein aus Deutschland die Ankunft auf unserer Website. Auf unserem Weg nach Deutschland gab es einige Begegnungen mit „Website-Fans“, die da oft sagten: “oh, das habe ich mir aber innen viel größer vorgestellt“, oder „die sieht ja viel breiter aus als im Internet!“, „so nackt innen?“, „so ein kleines Boot!?“. Wie real ist eigentlich unsere Geschichte im Internet für euch? Wie weit weg? Wie nah könnt ihr heutzutage per Internet mit an Bord sein? Es ist vielleicht wie bei einem Roman, den jeder Leser beim Lesen ganz verschieden mit seiner eigenen Fantasie ausmalt, meist idealisiert und oft übertrieben.

Nun haben wir das Boot nach Deutschland gebracht, um einmal unsere „winzigen“ Heimatgewässer Deutsche Nord- und Ostsee zu durchstreifen und wen es interessiert, einzuladen, sich unsere treue Beluga Racer einmal in natura anzuschauen und festzustellen, wie weit Fantasie und Realität übereinstimmen. Nur eine gute Wochen haben wir dafür Zeit, bevor der Rennzirkus weitergeht mit dem Rolex Fastnet Race auf der neuen Beluga Racer, die gestern gerade einen glorreichen Podiumsplatz im Class40 Rennen Les Sables – Horta erstritten hat.

Wie nun breit und lang angekündigt, ist unsere erste Station am Mittwoch in Hamburg. Wir haben eine kleine Anzahl von freien Plätzen (ca. 25 Plätze - first come first serve) auf einer Begrüßungsbarkasse, die um 10 Uhr im Sandtorhafen startet, um uns entgegenzufahren. Damit keiner lange auf uns warten muss, versuchen wir (ganz segeluntypisch) einen festen Zeitplan einzuhalten, so dass wir um 10.30 Uhr Blankenese passieren, um 11:30 die Landungsbrücken und um 12 Uhr im nahegelegenen Sandtorhafen, den man von den Landungsbrücken in 5 Min. zu Fuß erreichen kann, festmachen. (für Lageplan des Hafens siehe hier… Felix und ich freuen uns riesig, auf unser geliebtes Hamburg (Felix wohnt in Hamburg und wird die nächsten Jahre bei Airbus in Hamburg promovieren, ich habe dort früher studiert und gewohnt, bevor ich nach Bremen gezogen bin). Wir freuen uns auf viele bekannte und unbekannte Gesichter (was für uns sicher auch ungewohnt sein wird, nach der einsamen Zeit auf See). Wir bleiben den gesamten Mittwoch im Sandtorhafen und legen schon am Donnerstag im Morgengrauen wieder ab, um via Nordostseekanal nach Kiel zu schippern.

Um 18:00 Uhr passieren wir dann am Donnerstag hoffentlich planmäßig die Schleuse in Kiel und legen um 19:00 Uhr in Düsternbrook vor dem Kieler Yacht-Club Gebäude an, wo es einen kleinen Empfang geben wird, zu dem, wie in Hamburg, jeder herzlich eingeladen ist.

Je nach Wind (die Woche sieht recht flau aus in der Vorhersage) laufen wir am Freitag oder Samstag weiter nach Travemünde. Für mich startet am Samstag ein kleines Rivival, wenn ich mit Julien Kleiner zur Deutschen Meisterschaft im 505er starte, die bis Dienstag nächster Woche dauert. Die Beluga Racer wird so lange in Travemünde liegen.

Voraussichtlich am Donnerstag den 23.07. oder Freitag müssen wir Travemünde auch schon wieder verlassen und segeln gen Holland, um die Beluga Racer ihrem neuen Eigner zu übergeben und sogleich die neue Beluga Racer, eine extremere Weiterentwicklung der alten, zu übernehmen und in Blau zu kleiden für die nächsten Abenteuer zur See, Fastnet und Solidaire du Chocolat im Oktober, weiteren Schritten auf dem Weg zu meinem Traum: Vendée Globe 2012. Beluga Shipping bleibt unser starker Partner zur See und wir blicken mit großen Ambitionen voraus in die nächsten Jahre. Und wer weiß, in Zukunft wird man vielleicht live per Webcam und Fernsehen an Bord dabei sein können.

Herzliche Grüße und guten Wind!

Euer Boris Herrmann

Comments

2 Responses to “Kleine Deutschland-Reise und ferne Ziele…”
  1. Jörg sagt:

    Hi Boris,
    hört sich spannend an, eure Planung für die nächste Zeit!
    Christiane und ich sind auch schon voller Vorfreude, euch morgen in Hamburg zu begrüßen!
    Du deutest auch eure Aufregung an - erwartete Reizüberflutung - fahrt also nicht noch gegen ‘ne blöde Tonne …
    Lieber Gruß
    Jörg und Christiane, Strackerjanstraße, Oldenburg
    :-):-):-)

  2. Henning sagt:

    Schade, das ich mir die Deutschlandtour wegen ein paar Klausuren entgehen lassen muss. Aber der Artikel auf SPIEGEL ONLINE macht ja Hoffnung auf mehr.

    Grüße aus Berlin