Logbuch Tag 3, 22.7.
Juli 22, 2008
von Meike.
Tag 3 unserer Reise beginnt. In mondheller Nacht segelt die Beluga Racer mit 7,8 Knoten Boat Speed immer weiter aus dem Sankt Lorenz Strom hinaus und nähert sich der eigentlichen Route dieser Reise - dem Atlantik. Bis wir soweit sind, dass wir im offenen Meer fahren, dauert es wohl noch 2-3 Tage. Es ist wirklich eine besondere Transatlantik-Regatta, bei der man zuerst hunderte von Meilen Inshore hinter sich bringt - Der Atlantik als “Hafenrennen”, könnte man scherzhaft sagen.
Gerade ist Wachwechsel. Julien muss aus der warmen Koje ins Freie. Doch die Nacht ist ruhig. Ganz anders als der Tag heute. Bei dichtem Nebel konnte man lange Zeit nur den drittnächsten Wellenkamm sehen. Bei 13 Knoten Speed Over Ground wird einem etwas mulmig, wenn man die Frachter warnend hupen hört. Plötzlich baute sich eine unglaubliche Wind-gegen-Strom-Welle auf und das Wasser brodelt. Unter Autopilot fuhr sich das Schiff fest und wir steuerten viel von Hand.
Nicht nur das Inshore-Segeln ist besonders an meiner ersten Atlantiküberquerung. Am ersten Tag war es einige Stunden nach dem Start so flau, dass wir bei dem starken Gegenstrom sogar kurzzeitig ankern mussten. Da standen wir, die Logge zählte fleißig die Meilen des vorbeiströmenden Brackwassers und fragten uns, wie es nun weiter ginge. Zum Glück konnte der Anker schnell wieder geborgen und die Verfolgung von Giovanni und Co. wieder aufgenommen werden.
Mal gucken, was uns Tag 3 so bringt. Die Stimmung an Bord ist gut und wir sind guter Hoffnung. Hauptsache heil aus diesem Fluss hinauskommen. Ein Class40 musste bereits aufgeben, weil er gegen einen Stein gesegelt ist und Kielschaden erlitt. Also: Augen auf im Sankt Lorenz Strom!!
Beste Grüße vom Beluga Offshore Sailing Team
Eure Meike
Eure Meike
Um 21 Uhr Ortszeit passieren wir die Bahnmarke “Rimuski” als 5. Trotz des kaltfeuchten Nebelwetters hat sich eine Zuschauergruppe auf der nahegelegenen Mole versamelt. Sie applaudieren und rufen. Hinter uns können wir 4 Class40 sehen und etliche weitere im Funk hören. Voraus ist nur eine nebelige Nacht zu sehen.

Hallo Brackwassersegler,
wir sitzen wieder gespannt vor dem Bildschirm und drücken euch die Daumen, dass ihr den St. Lorenz-Strom gut passiert.
Liebe Grüße von Piet, Gabriel, Felix, Elke und Rüdiger
Das ist ja wieder total spannend und ich möchte nicht in Eurer Haut stecken, bei diesen Verhältnissen die taktischen Entscheidungen zu treffen. Aber Wind hin und Strömung her: Für die Führungsgruppe hat sich die Kreuz nah an der kürzesten Strecke bisher ausgezahlt und Giovanni hat mit dieser Taktik auch das Transat gewonnen.
Wir drücken Euch alle Daumen.
Viel Erfolg und Spaß
may the force be with you
man ist das wieder spannend
wo sind die Irren ?
Gruesse aus Kalifornien. Ich wuensche dem Beluga Offshore Sailing Team alles Gute und Erfolg ueber den Atlantik.