Logbuch Tag 9, 28. Juli - Adrenalinfahrt
Juli 29, 2008 · Print This Article
von Meike. Die Jungs machen das schon! Das ist mein Gedanke, als ich in den klammen Schlafsack gekauert und von der Schräglage des Schiffes in die Leesegel gedrückt, die Geräusche von draußen höre. So muss es klingen, wenn man den Kopf in eine Waschmaschine hält … die Nacht ist wie die ganzen letzten Tage pechschwarz, kein Mond, kein Stern am Himmel, dichte Nebelschwaden verhindern jegliche Orientierung. Doch das kann die “Beluga Racer” nicht stoppen: achterlicher Wind mit 28 Knoten, in der Spitze 32 Knoten. Wir segeln mit kleinem Spinnaker (135 m²) - vielmehr müsste man sagen, wir donnern durch die Nacht, Welle rauf, Welle runter. Der Rudergänger hat schwer zu kämpfen, an der
Pinne reißen, dann mit aller Kraft wegdrücken - doch gleichzeitig ein von Adrenalin und Abenteuer getränktes Lächeln des Offshore-Seglers im Gesicht … dauerhaft 17-20 Knoten Boatsspeed mit Topspeed 24,1 Knoten - unglaublich, einfach verrückt! Wenn man selber an der Pinne sitzt, merkt man, dass es trotzdem safe ist. Wir haben das Schiff unter Kontrolle. Das erleben wohl nur die wenigsten Segler selber, anstatt nur davon zu lesen. Das Schiff verhält sich trotz des heißen Ritts gutmütig, einige Sonnenschüsse (d.h. das Schiff läuft wegen zu viel Druck aus dem Ruder), ein echter “Nose Dive” (also ein Unterschneiden des Bugs in die Welle) passiert nie, trotzdem schießen dauerhaft zentimenterdicke Wasserströme über das Deck und die Mannschaft sitzt permanent im Atlantik-Salzwassser. Sogar das Meeresleuchten glitzert über das Deck. Da bleibt kein Stiefel trocken! Heute ist Waschtag…


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Na Meiki, kannst ja nicht nur gut segeln sonder auch gut schreiben. Bin stolz auf euch.