Mit neuer Leichtigkeit dem Druck trotzen
April 23, 2009
Ein saftiges T-Bone-Steak, dazu Garlic Mashed Potatoes, zu Deutsch Knoblauch-Matschkartoffeln, und warum nicht auch ein kühles Bier. Das sind angenehme Aussichten für Boris Herrmann und Felix Oehme (Kiel/Hamburg), wenn sie um den 20. Mai in Charleston an der amerikanischen Atlantik-Küste die vierte Etappe des Portimão Global Ocean Race beendet haben werden. Gutes Benehmen ist beim Essen in Charleston aber geboten – der Touristenort gilt als Stadt der „besten Manieren“ in den USA.
Bis es soweit ist, müssen aber erst einmal 5000 herausfordernde Seemeilen über den Atlantik bewältigt werden. Auf der Strecke von Ilhabela, Brasilien, nach Charleston im Bundesstaat South Carolina, USA, steht das Beluga Racer Team unter Druck: „Wir sind nicht mehr so entspannt wie vor dem Start des vergangenen Abschnitts, als wir noch zwei Siege im Rücken hatten“, sagt Skipper Boris Herrmann. Die knappe, kaum fassbare Niederlage auf der dritten Etappe habe Nerven gekostet, erläutert der 27-Jährige.
Schon kurz nach dem Start am Sonnabend, 25. April, stehen die Teilnehmer des Portimão Global Ocean Race vor der ersten taktischen Herausforderung: Wie nah die Küste bei Recife an der Nord-Ost Spitze Brasiliens schneiden? – Wenn sie sich für die „Offshore“-Variante entscheiden, dann bläst der Wind zwar stärker und konstanter, aber der Weg ist auch weiter. Wenn sie die küstennähere Version wählen, ist der Weg zwar kürzer, aber dafür ist umso weniger Verlass auf konstante Windverhältnisse.
Und dann warten bald die berüchtigten Doldrums. Ein Gebiet schwacher, veränderlicher Winde und häufiger Windstillen am Äquator, mitunter auch die Rossbreiten zwischen 25 bis 35 Grad nördlicher sowie südlicher Breite. Das Wetter in dieser Zone ist geprägt von hoher Luftfeuchtigkeit, ausgedehnten Flautengebieten, drehenden Winden, aber auch plötzlich auftretenden Böen, Schauern und tropischen Gewittern. Boris Herrmann glaubt, dass die Doldrum-Passage der Class40-Yacht „Beluga Racer“ liegen dürfte. „Unser Boot ist bei wenig Wind schnell, es kreuzt gut und auch vor dem Wind funktioniert es“, sagt er.
Der Skipper hofft, auf diesem Abschnitt einen ausreichenden Vorsprung heraussegeln zu können, denn entlang der Karibik, wo starke raume Passatwinde zu erwarten sind, dürften die chilenischen Verfolger José Muñoz und Felipe Cubillos im Vorteil sein: Ihr Boot ist unter diesen Wetterbedingungen schneller. Boris Herrmann und Co-Skipper Felix Oehme werden aber alles geben, um schon auf den vorhergehenden Seemeilen den später gegebenenfalls spürbaren Konstruktionsnachteil so gut es geht wettzumachen. Dafür sparen sie an Proviant – und entsprechend an mitzuführendem Gewicht an Bord. Der Gedanke an zarte Steaks muss in dieser Region genügen.
An der Einfahrt vom Atlantischen Ozean in die Bucht von Charleston passiert die „Beluga Racer“ das geschichtsträchtige Fort Sumter. Das Fort liegt auf einer künstlichen Insel. Hier begannen Überlieferungen zufolge am 12. April 1861 die Kampfhandlungen des amerikanischen Bürgerkriegs.
Die 120000-Einwohner-Stadt liegt auf einer Halbinsel zwischen den Mündungen der drei Flüsse Ashley River, Cooper River und Wundo River in der nach der Stadt benannten Bucht.
Charleston war die bedeutendste Stadt South Carolinas und nach Savannah der zweitwichtigste Hafen an der südlichen Atlantikküste. Nach dem Bürgerkrieg lagen weite Teile der Stadt in Ruinen. Und bei einem verheerenden Erdbeben am 31. August 1886 wurde Charleston weitgehend zerstört. Die Einwohner bauten den Ort aber wieder auf. Viele Neubauten aus dieser Zeit unmittelbar nach dem Erdbeben sind erhalten geblieben, daher gilt Charleston als nordamerikanisches Architektur-Juwel.
Das Klima in diesem Gebiet ist feucht, subtropisch. Im Winter ist die Luft mild. Im Sommer ist es heiß mit starken Regenfällen. Gegen Ende des Sommers ist Charleston häufig von Hurrikans bedroht. Wenn Boris Herrmann und Felix Oehme um den 20. Mai herum eintreffen, dürfte das Wetter angenehm sein.
Viel Zeit bleibt dann allerdings nicht, den Frühling in South Carolina zu genießen: Denn voraussichtlich schon am 31. Mai wird das Startsignal zur fünften und letzten Etappe auf dem Weg um den Globus ertönen. Im besten Fall also elf Tage, um Steaks in allen Variationen zu testen. Die sollen in Charleston nämlich sehr lecker sein.

Hallo Boris und Felix, das klingt ja alles spannend. Ich freu mich schon drauf, wenn ihr wieder unterwegs seid! Ich wünsch euch viel Erfolg, guten Wind und eine tolle Etappe!
Ganz liebe Grüße
Alexa
Moin ihr zwei.
Viel Spaß auf der nächsten Etappe - ihr macht das schon. Einfach schön schnell Boot fahren und zwischen Gegner und Ziel bleiben
haut rein !!
Harald, Alex, Sabine,PHILIP & Sophia aus Cape Town
Moin, Moin,
“beste Manieren”? Dann haltet dort beim Essen mal beide Hände AUF dem Tisch und nicht wie in USA sonst meistens die nicht zum halten der Gabel benötigte Hand unter´m Tisch. (Womöglich auf dem Knie der Nachbarin? ;-))
Die guten Manieren solltet Ihr auf dem Weg dahin aber auch nicht vergessen. Racing and winning in style!
Macht Eure Sache ordentlich! Ich drücke die Daumen und beneide Euch nicht um die taktischen Entscheidungen. Vermutlich werden die Roten offshore fahren wollen, dann bleibt Euch nur unter der Küste oder Staßenbahn zu fahren. Bleibt man beim Gegner oder nicht. Schwere Entscheidung. Ich würde das Gegenteil der Roten machen, auch wenn das zu einem Extremschlag werden kann.
Guten Start und guten Wind für Euch, (für die Roten ein privates Flautenloch, wie Eures vor dem Ziel….)
CR
Hallo Boris, hallo Felix, bin gespannt und freue mich auf die nächste Etappe. Viel Erfolg und noch mehr Glück wünscht euch von Herzen Heide
Moin Moin!
Nicht verzagen! Ihr seid gut und die “blaue lady” auch, also guten Start, viel Erfolg, viel Glück und eine tolle Etappe!
Liebe Grüße aus Oldenburg,
Christiane
Hallo Boris, hallo Felix,
viel Glück auf eurem Weg!
Boris, Maria und ich waren gestern unter strahlend blauem Himmel und bei herrlich böigem Wind auf dem Zwischenahner Meer. Haben dort ‘Die Beluga-Racer siegt!’ gespielt. In diesem Sinne werden wir eurer Rennen natürlich wieder verfolgen!
Lieber Gruß
Jörg und Maria